“Bei mir ist es halt laut”

In der figurativen Malerei interessieren mich narrative, expressionistische
Ausdrucksformen, gern auch bis zur Karikatur übertrieben.

HILL Portrait 1
PAINTINGS Copy

Wurzeln und Einflüsse

Im Rahmen meiner Ausbildung zum Grafik-Designer in Ulm in den 1980iger Jahren, gab es Exkursionen zur Kunsthalle nach Tübingen oder in die Staatsgalerie nach Stuttgart. Die Einzelausstellungen in der Kunsthalle Tübingen über die großen französischen Meister, wie etwa Degas oder Cezanne oder Toulouse-Lautrec, beeindruckten mich damals tief und nachhaltig. Nach dem Besuch der Ausstellungen im Januar 2014 in der Kunsthalle Mannheim über Otto Dix und Max Beckmann wuchs in mir schließlich stark das Bedürfnis mich aktiv mit dem Medium der Malerei zu befassen. Die Künstler waren in einer Weise gleich, was die Motive anging (Frauen, Bordelle), und doch komplett unterschiedlich was ihren Malstil und -Technik anbelangte.

Von diesen beiden großen Künstlern inspiriert, wurde es mir ein Bedürfnis Szenen und Menschen in einer ähnlich charakteristischen, fast schon karikaturhaften Art und Weise in meinen Zeichnungen und Gemälden zu erfassen und abzubilden. Im Gegensatz zur sehr feinen, realistischen Malweise von Otto Dix imponierte mir die großflächigere und expressivere Malweise von Max Beckmann, der sein Motiv ins Mythische transponiert und dafür schon eher mal auf Details verzichtet. Ungeachtet der Motive und der epochalen Einordnung Max Beckmanns, war es die expressive malerische Umsetzung seiner Bilder, die mich faszinierte und auf meine eigene Arbeit Einfluss hatte, ohne jedoch genau dessen Stil in irgendeiner Form kopieren zu wollen.

Der Mensch fasziniert und irritiert manchmal,
in meiner Kunst befindet er sich “mittendrin”.

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Das zentrale Thema meiner Arbeiten ist, immer der Mensch. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich mich in der figurativen Malerei zuhause fühle. Die Motive, die ich bevorzugt male, sind Menschen die mich irgendwie begeistern und berühren, was vor allem auch mit dem Ausdruck ihrer jeweiligen Gesichter zusammenhängt. Das bedeutet nicht, dass es ein besonders schöner Mensch sein muss oder bevorzugterweise eine attraktive Frau. Gelegentlich greife ich auf Fotos als Vorlage und Inspiration zurück. Manchmal belasse ich sie dabei einfach so, wie sie gerade in ihrer Umgebung sind, manchmal binde ich sie aber auch gerne in eine spezielle Umgebung ein. Sie werden dann zu Darstellern in einer Gruppe zu einem bestimmten Thema zusammengefasst. Das Spannende dabei ist, wie die Darsteller in diesen Kompositionen miteinander harmonieren oder aber auf provokative Art disharmonisch künstlerisch kommunizieren. Nicht nur spontane Fotos dienen mir dabei als Vorlagen, oft entspringen die Figuren auch einfach meiner Phantasie, sind also völlig fiktiv und komplett von mir erschaffen. Das Essentielle für meine Bilder ist dabei ihr Ausdruck, speziell in ihren Gesichtern, welche ich manchmal mit einer bis hin zur Karikatur ähnlichen Ausdrucksform übertrieben darstelle.
Meine Werke entstehen meistens immer erst im Kopf, sie sind geplant. Das ist ein stetig andauernder Prozess, der immer im Gange ist – in meinen Überlegungen. Wenn ich mich an ein konkretes Werk ran begebe, gehen dem meist etliche Skizzen voraus. Ich arbeite dann solange daran, bis mir die Bildidee für die neue Komposition stimmig erscheint, bevor ich mit dem Malen beginne.
Die „Rezeptur“ und Botschaft der Sache sind sehr inhaltlich gehalten, weil es meistens viel Erzählerisches in meinen Bildmotiven gibt und der Blick auf die Thematik gelenkt werden soll. Das Ziel meines künstlerischen Schaffens ist es, dies auch komplett in meinen Bildern durchweg zu arrangieren.

Meine Arbeitstechnik zielt sehr stark auf Farbe, Form und Komposition ab sowie auch auf Tonalitäten. Hier verwende ich konkrete Kalt- warm-Kontraste, die sich den Inhalten der Bilder anpassen soll.
Ich arbeite vorwiegend mit Acrylfarben, da sie wasserlöslich sind und sehr schnell trocknen und dem Tempo meines künstlerischen Schaffensdranges für mich damit am meisten entgegenkommen. Meistens beginne ich mit den Primärfarben, also gelb rot blau, um zunächst schon mal die Grundfarbstimmung zu bestimmen. Weiter male ich dann mit den Farben, mit denen ich gut weiterarbeiten kann und die auch sonst gut als Basis fungieren. Hin und wieder habe ich eine Vorliebe für grelle Neonfarben, da sie etwas Spezielles haben und förmlich nach Aufmerksamkeit schreien. Sofern es zum Thema passt, möchte ich so die Leute „einfangen“. Nachdem ich Farben und Schattierungen eingearbeitet habe, kommt nochmal eine Phase, in der die schwarzen Konturen nochmal nachgezogen werden und durch die Dicke des Strichs Betonungen setze. Das Zusammenspiel der Linien und Flächen in meinen Werken ist für mich ein wesentliches kompositorisches Gestaltungselement beim Malen.