“CHANGES”

„Changes“ befasst sich mit Altern – Krankheit – Abschied und Neuanfang. Es geht um Menschen, die nicht mehr viel vom Leben erwarten, die durch Krankheit gezeichnet sind, deren Gesichtsfarbe verblasst ist und die vom Leben verbraucht sind, sich an ihre Mitmenschen und Angehörigen nicht mehr erinnern. Es ist die Zeit des Abschiedes, aber auch die des Neuanfangs und der Neuausrichtung durch das, was der Mensch als Persönlichkeit und in Werten hinterlassen hat.

„Waiting for the daylight“ handelt von Abschied, Loslassen von Aufgaben, Verantwortung und Besitz. Die Lebenskraft ist gewichen und alles um uns herum verliert zunehmend an Bedeutung. Zurück bleiben höchstens noch Fragmente aus der eigenen Biografie, die den Menschen in dieser Lebensphase beschäftigt, möglicherweise weil ihre gegenwärtige Umgebung für sie zu komplex geworden ist um sich mit ihr befassen zu wollen oder können? Vielleicht sehen wir etwas von uns selbst in diesen drei Personen auf dem Bild, und fühlen uns, als würden wir uns aus dem Licht heraus bewegen und es scheint, als ob die Objekte vor uns an Schärfe und Prägnanz verlieren und allmählich ganz verschwinden – so, wie ihre Erinnerungen, die fast völlig verblasst sind und sich aufzulösen scheinen. Die versteinerten Blicke dieser drei Menschen verlaufen sich ins Nichts oder sie verstehen nicht mehr, was gerade mit ihnen selbst und vor ihren Augen passiert. Es ist, also ob der Kontakt zum Leben nicht mehr da ist – wie die „vorletzte Stufe“, bevor alles zu Ende ist.

„The Goodbye“ handelt ebenfalls um Abschied – hier geht es explizit um den konkreten Verlust von Angehörigen. Der junge Mann, der vor dem Lebenswerk von seinem Vater Respekt hat, legt seinen Arm um dessen Schulter um ihm beizustehen. Symbolcharakter für die sich auflösende Familie, hat das Bild an der Wand, welches schief, nur noch an einem Nagel hängt. Das Gesicht des Vaters ist deutlich von seiner Krankheit gezeichnet. Er weiß bereits, dass sein Leben nun dem Ende zugeht. Sein schmerzverzerrter Blick gibt Aufschlüsse über das körperliche Unbehagen, die Ausweglosigkeit seiner Situation und die Angst vor dem, was ihn erwarten wird, über das, worüber wir als gesunde und hoffnungsvolle und mitten im Leben stehende Menschen nur spekulieren können. Der junge Mann möchte in dieser Phase eine Stütze für seinen Vater sein, ihm seinen Übergang und das Scheiden aus dieser Welt so gut er kann leichter machen. Die Körperhaltung des jungen Mannes, welche die beiden ineinander verschmelzen lässt, kennzeichnet die Nähe, Empathie und Dankbarkeit, die er für seinen Vater empfindet, sowie auch durch das Leuchten in seinen Augen, welche die Herzenswärme und Energie zum Ausdruck bringen sollen, die er seinem Vater spenden möchte.

„The Heirs“ handelt von der Lücke, die ein Mensch hinterlassen hat, und steht für die Neuausrichtung sowie auch die Erinnerung an die eigene Endlichkeit. Zurück ,bleiben die Phase der Trauer und auch die Erinnerungen, mit denen die Personen auf dem Bild im Zuge der Regelung des Nachlasses konfrontiert sind. „The Heirs“ bezieht sich unverschlüsselt auf die Uneinigkeit der Hinterbliebenen, ihre Angst um die eigene Existenz, welche die Familie auseinanderdividiert. Abschätzige Blicke, geprägt von Irritationen, und eine geballte Mischung aus Ratlosigkeit, Frustration und Wut treffen sich in den Gesichtern. Eine Vielzahl von unterschiedlichen Interessen, Vorstellungen, familiärer Enttäuschungen, Sympathien und Zielvorstellungen treffen hier in einem sichtbaren Spannungsfeld aufeinander. Die größte Herausforderung bleibt die Einigung und Neuausrichtung. Der Hintergrund ist einem grellen Orangeton gehalten, welcher symbolträchtig für die häufig emotional und irrational ausgetragenen Unstimmigkeiten sein sollte.